James Gordon Bennett jr.


Mister James Gordon Bennett haben viele seiner Zeitgenossen als spleenigen Amerikaner gesehen. Geboren wurde Gordon Bennett am 10. Mai 1841 in New York, gestorben ist er 4 Tage nach seinem 77. Geburtstag in Beaulieu bei Nizza. Von seinem Vater, einem schottischen Journalisten, erbte er die Zeitung "New York Herald". Bereits 1871 bewies er seine Gabe für "public relations", als er die Expedition von Stanley finanzierte, der den bei der Suche nach den Quellen des Nils verschollenen Livingstone suchte und auch fand. Gordon Bennett´s späteres Mäzenantentum ist eher massivem Geschäftsinteresse als Sportbegeisterung zuzuschreiben. Die Sieger seiner Wettbewerbe hatten ihre Erlebnisse als Exklusivstory den Reportern des "New York Harald" preiszugeben.

Wir verknüpfen heute seinen Namen mit dem Gasballon. Es ist nicht überliefert, ob er selber jemals eine Ballonfahrt mitgemacht hat. Schon vor 1900 hatte er 10.000 Franc dem "Automobilclub de France" als Preisgeld für ein Rennen mit Motorwagen zur Verfügung gestellt, dessen Reglement er selber ausgearbeitet hatte. 1905 legte er der noch jungen Fédération Aéronautic internationale (FAI) 25.000 Franc einmalig und je 12.500 Franc für die folgenden zwei Jahre zu Füßen, für die wagemutigsten Piloten der Welt um den großen Preis der Lüfte. Die Regeln für dieses Rennen lieferte Gordon Bennett auch gleich mit.

Die Wettbewerbsbedingungen waren (und sind noch heute) relativ einfach: Sieger ist die Nation aus der das Team stammt, das die weiteste Strecke zurücklegt. Jede Nation darf maximal 3 Ballone entsenden. Die Siegernation ist verpflichtet das Rennen im übernächsten Jahr auszurichten. Dreimaliger Gewinn des Wanderpokales in Folge lässt diesen in den entgültigen Besitz der Siegernation übergehen, damit das Rennen auch weiterbesteht hat diese Nation für einen neuen Pokal zu sorgen.

1906 war es dann soweit, die Geschichte des Coupe Aeronautique "Gordon Bennett" konnte beginnen, und damit der faszinierendste und abenteuerlichste Wettbewerb des Ballonsports.